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Radlader im öffentlichen Verkehrsraum - Ist mein Radlader straßentauglich?

Autor Dominik am 06.03.2019 11:12:00

Radlader bigRadlader sind selbstfahrende Arbeitsmaschinen, laden Güter in die dafür vorgesehene Schaufel und transportieren diese über kurze Distanzen und sind von einem Gesamtgewicht von zwei Tonnen bis zu weit über 200 Tonnen erhältlich. Da diese Baumaschinen speziell für Arbeiten auf Baustellen konstruiert wurden, bewegen sich die Geräte bevorzugt in diesem Bereich. Trotzdem ist es zwischendurch immer wieder erforderlich, gewisse Strecken im öffentlichen Straßenverkehr zurückzulegen. Doch welche Anforderungen stellt die Straßenverkehrsordnung an Baumaschinen wie den Radlader?

 

Baumaschinen bis 20 km/h sind zulassungsfrei

Handelt es sich um einen Radlader mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, ist das Gerät zulassungsfrei. Dies bedeutet, dass sie vom für andere Kraftfahrzeuge verpflichtenden Zulassungsverfahren ausgenommen sind. Obwohl damit die Verpflichtung zur regelmäßigen Hauptuntersuchung ebenfalls entfällt, ist für Radlader eine jährliche Überprüfung nach den Richtlinien der Berufsgenossenschaft erforderlich.

Die Betriebserlaubnis ersetzt die Zulassungsbescheinigung und gilt als Nachweis dafür, dass der Radlader grundsätzlich für den definierten Einsatz geeignet ist.

 

Die Betriebserlaubnis für zulassungsfreie Radlader

Die wichtigste Voraussetzung für die Teilnahme am Straßenverkehr ist bei zulassungsfreien Radladern die allgemeine Betriebserlaubnis. Sie ersetzt die Zulassungsbescheinigung und enthält die technischen Fahrzeugdaten. Da es in Deutschland keine einheitliche Form der Betriebserlaubnis gibt, eignen sich folgende Dokumente für diesen Zweck.

- Konformitätserklärung (CoC)
- Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE); ausgestellt durch das Kraftfahrbundesamt.
- TÜV- oder DEKRA-Gutachten nach § 13 EG-FG oder § 21 StVZO.

Voraussetzungen zum Fahren im öffentlichen Raum

Unter bestimmten Voraussetzungen darf der Radlader am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Baumaschine mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h handelt oder einen zulassungspflichtigen Radlader, der schneller als 20 km/h fährt. Erfüllen Radlader und Fahrer alle Voraussetzungen, steht einer Überführungsfahrt nichts mehr im Wege.

Beachten Sie unbedingt, dass für alle Radlader-Typen das Mitführen eines Anhängers nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt ist. Nur wenn die Baumaschine über eine geprüfte Kupplung verfügt und die Anhänge- und Stützlast in der Betriebserlaubnis oder Zulassungsbescheinigungen eingetragen sind, ist der Anhängerbetrieb erlaubt. Der Transport von Personen oder Gütern ist im öffentlichen Raum ausnahmslos verboten.

Wie für alle Kraftfahrzeuge, gilt für den Radlader die Mitführungspflicht folgender Ausrüstung:

- Verbandskasten
- Warnweste und Warndreieck
- Warnleuchte ab 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.
- Unterlegkeil ab 4 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.


Der Radlader im Straßenverkehr

Bevor der Radlader die Baustelle verlässt und öffentliche Straßen nutzt, sind mehrere Vorkehrungen erforderlich. Dies betrifft sowohl dauerhafte wie vorübergehende Maßnahmen an der Baumaschine. Eine davon ist das Anbringen eines Schildes mit dem Vor- und Nachnamen sowie dem Wohnort des Besitzers auf der linken Seite des Radladers. Firmen vermerken auf dem Schild die Firmendaten. Für zulassungsfreie Radlader sind Geschwindigkeitsschilder mit dem Aufdruck 20 km/h auf der linken und rechten Seiten sowie hinten verpflichtend. Mieten Sie einen Radlader bei klard.de, übernehmen wir für Sie alle erforderlichen Arbeiten, die für die Straßentauglichkeit erforderlich sind.

Zu den temporären Maßnahmen zählt die unmittelbare Vorbereitung des Radladers vor dem Befahren von öffentlichen Straßen. Decken Sie vor der Abfahrt alle scharfkantigen Teile ab und versehen Sie die Radlader-Schaufel mit einem Zahnschutz. So gesichert ist die Baumaschine für den öffentlichen Verkehr gut vorbereitet.

Diese Dokumente sind im öffentlichen Raum immer mit an Bord

Kontrollieren Sie als Besitzer, Mieter oder Fahrer vor Antritt der Fahrt immer, ob sich alle für den Straßenverkehr erforderlichen Dokumente im Radlader befinden.

Radlader bis 20 km/h
- Allgemeine Betriebserlaubnis oder Einzelbetriebserlaubnis mit Gutachten
- Eventuell vorhandene Ausnahmegenehmigungen
- Eventuell vorhandene Spezialgenehmigungen für technische Veränderungen

Radlader ab 20 km/h
- Betriebserlaubnis
- Fahrzeugschein
- Aktuell gültige TÜV-Bescheinigung.
- AU-Bescheinigung
- Eventuell vorhandene Ausnahmegenehmigungen

Anforderungen an den Radlader-Fahrer

Um mit einem Radlader am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen, ist ein Befähigungsnachweis erforderlich. Diese Vorgabe der Berufsgenossenschaft gilt für alle kraftbetriebenen Baumaschinen. Ergänzend ist der Fahrer mindestens 18 Jahre. Für Radlader bis zu 20 km/h ist ein Führerschein der Klasse 5 oder L erforderlich.

Für zulassungspflichtige Radlader über 20 km/h gilt die Gewichtsbeschränkung. Dies bedeutet, dass die erforderliche Führerscheinklasse vom zulässigen Gesamtgewicht der Baumaschine abhängt.

Schadensrisiko trägt der Mieter

Für zulassungsfreie Radlader besteht keine Versicherungspflicht. Daher liegt bei Miet-Radladern das Schadensrisiko oft beim Mieter. Sprechen Sie dieses Thema unbedingt bei der Anmietung eines Radladers an, um sicherzustellen, welche Vertragspartei die mit dem öffentlichen Straßenverkehr verbundenen Risiken abdeckt.

Als privater Mieter decken Sie die Risiken über Ihre private Haftpflichtversicherung ab, sofern Sie dies im Vorfeld mit Ihrem Versicherer klären.

Tags: Versicherung, Sicherheit