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Brauche ich einen Baggerführerschein?

Autor Chris am 15.06.2016 12:21:11

Die Frage nach dem Baggerführerschein wird sich vermutlich jeder vor dem Umgang mit einer Baumaschine oder einem Baugerät stellen. Wir hören sie bei klarx täglich. Um Ihnen einiges einfacher zu machen und eine einfache Erklärung an die Hand zu geben, haben wir für Sie hier die Fakten zusammengefasst. Danach sollte die Antwort auf die Frage: "Braucht man einen Führerschein für einen Bagger?" geklärt sein.

 

Die meisten Bagger sind selbstfahrende Arbeitsmaschinen

Grundsätzlich gelten Baugeräte in der Gattung der Baumaschinen als selbstfahrende Arbeitsmaschinen, wofür nach der StVO auch auf öffentlichen Straßen kein spezieller Baggerführerschein notwendig ist. Außerdem sind selbstfahrende Arbeitsmaschinen nach § 3 Abs. 2 Nr. 1a FZV zulassungsfrei bis 20 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit, benötigen für den Betrieb jedoch eine gültige Betriebserlaubnis. Erst ab 20 km/h sind sie zulassungspflichtig.

In der Regel haben Raupenbagger eine Höchstgeschwindigkeit von weniger als 4.6 km/h. Mit dieser geringen Geschwindigkeit kommt eine Fahrt auf einer öffentlichen Straße nicht infrage. Die meisten Minibagger sind Raupenbagger und werden daher auch nicht im öffentlichen Verkehr bewegt. Im Gegensatz dazu sind Mobil- oder auch Radbagger für den öffentlichen Verkehr ausgelegt und fahren oft deutlich schneller. Bei diesen Maschinen kommt es auf eine Kombination aus zulässiger Geschwindigkeit und dem Gewicht an, die Auskunft darüber gib, ob man den Bagger auf einer Straße fahren darf. Wir haben in einem gesonderten Beitrag zusammengefasst, welche Kombinationen von Baumaschinen und Fahrerlaubnisklassen Sie für eine Fahrt mit der Baumaschine im Straßenverkehr beachten müssen. Eine Ausnahme bilden Traktoren, für die der Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse L oder T gesetzlich vorgeschrieben ist. Es wird deutlich, dass es Unterschiede bei den genutzten Maschinen sowie der Frage, ob auf öffentlichen Straßen oder privatem Gelände gefahren wird, gibt.

 

Private Nutzung von Baggern - Das müssen Sie wissen

Außerdem hilft es,  private und gewerbliche Nutzung zu unterscheiden.

Grundsätzlich: Für das Führen von Kraftfahrzeugen auf Privatgeländen ist keine amtliche Fahrerlaubnis notwendig!
Mietparks verlangen allerdings häufig einen Fähigkeitsnachweis, sobald es an sehr große Baumaschinen wie bspw. 18-Tonner geht. Kleinere und leichtere Geräte wie bspw. ein Minibagger sind jedoch problemlos auszuleihen.

Um einen ersten Eindruck von der Steuerung eines Minibaggers zu bekommen, haben wir ein Video für die Bedienung der Maschine erstellt.

 

 

Wie bereits oben festgestellt, erreichen viele Bagger nicht mehr als 4.6 km/h. Bis zu einer betriebsbedingten Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h ist auch für den Betrieb auf öffentlichen Straßen im Rahmen der StVO keine Fahrerlaubnis notwendig, bis 25 km/h ist die Klasse L – übrigens im Klasse B Führerschein enthalten. Wer noch die alte Fahrerlaubnis der Klasse 3 besitzt ist damit auch auf der sicheren Seite, kann sogar Baugeräte bis zu 7.5 Tonnen bewegen. Das sind bei Klasse B nur die bekannten 3.5 Tonnen. Um selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit über 7.5 Tonnen auf öffentlichen Straßen fahren zu dürfen, benötigt man den Führerschein der Klasse C.

 

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Gewerbliche Nutzung von Baggern und anderen Baumaschinen

Für die gewerbliche Nutzung verlangen Arbeitgeberverband und Berufsgenossenschaften strengere Vorschriften. Zwar gibt es noch keinen amtlich vorgeschriebenen Baggerführerschein, jedoch fordern heute viele Arbeitgeber den sogenannten Fahrausweis für Erdbaumaschinenführer von ihren Mitarbeitern.
Dies ist ein von Berufsgenossenschaften anerkannter Fahrausweis, der den Träger als Baggerführer qualifiziert und häufig Teil von betrieblichen Unfallverhütungsvorschriften ist. Die Qualifizierung als Erdbaumaschinenführer lässt sich an Fahrschulen oder Ausbildungsstätten häufig in 5-tägigen Lehrgängen erwerben.
Oftmals ist das Ablegen des Fahrausweises durchaus förderfähig durch die Agentur für Arbeit (AfA).

Für Gabelstapler gilt außerdem eine Sonderregelung. Gabelstapler gehören zu den Flurförderzeugen. Für diese ist ein sogenannter innerbetrieblicher Fahrausweis notwendig, wie es von der Berufsgenossenschaft in der Unfallverhütungsvorschrift festgelegt ist. Der innerbetriebliche Fahrausweis wird jeweils für einen Betrieb und einen Einsatz ausgestellt, auf einen neuen Betrieb ist er nicht übertragbar, sondern muss neu ausgestellt werden (BVG D27). Hier können Sie lesen, welche Voraussetzungen man für einen Staplerschein braucht.

 

Aktuelle Debatte - gibt es den Baggerführerschein bald gesetzlich legitimiert?

An einheitlichen Richtlinien bzw. einem legitimierten Baumaschinenführerschein mangelt es also. Dies ist für den gelegentlichen Privatnutzer sicherlich praktisch, ist er doch nicht immer auf Anlieferung oder eine spezielle Ausbildung für ein paar Tage Heimarbeit angewiesen. Trotzdem könnte dem gewerblichen Umfeld eine amtliche Qualifizierung helfen, Lücken zwischen Versicherungs- und Arbeitnehmerschutz würden geschlossen werden. Trotz allem dürfte ein solcher Schritt auch nicht übereilt getan werden. Zu viele Arbeitnehmer in der Branche arbeiten noch komplett ohne Fahrausweis als Erdbaumaschinenführer. Mit der plötzlichen Einführung könnte es zu einer Marktverwerfung kommen, sagt Helmut Bramann vom Hauptverband der deutschen Bauindustrie ggb. Bauforum24. Auf der anderen Seite könnte die Auslandsakzeptanz der Arbeitnehmer entscheidend gestärkt werden.
Es bleibt also abzuwarten, ob in der Bauindustrie in den nächsten Jahren eine entscheidende Änderung herbeigeführt wird. 

Tags: Allgemein, Bagger, Rund um den Mietvorgang, Baggerführerschein, Baggerlexikon

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