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Mit der Baumaschine im Straßenverkehr

Autor Chris am 01.08.2019 16:15:00

Im Straßenverkehr sieht man immer wieder Baumaschinen, die nicht durch einen Transporter fortbewegt werden, sondern auf eigener Achse unterwegs sind. Bei diesen selbstfahrenden Arbeitsmaschinen sind die Einrichtungen fest mit dem Fahrzeug verbunden, sie eignen sich jedoch nicht zur Beförderung von Personen oder Lasten. Was bei der Selbstabholung einer gemieteten selbstfahrenden Arbeitsmaschine beachtet werden muss und was sonst noch wichtig ist

Baumaschinen fahren im Straßenverkehr

 

Voraussetzungen für das Führen von selbstfahrenden Arbeitsmaschinen im Straßenverkehr

Beim Führen von Baumaschinen im Straßenverkehr gilt es folgendes zu beachten: 

Baumaschinen müssen gemäß der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und der Straßenverkehrsordnung (StVO) ausgerüstet sein. Das Mitführen von weiteren Personen sowie der Transport von Gütern und Anhängern ist verboten. Falls die Baumaschine scharfe Kanten beispielsweise an der Schaufel oder sonstige mögliche Verletzungsquellen aufweist, müssen diese durch einen Schutz abgedeckt werden. Außerdem hat die Schaufel während der Fahrt im Straßenverkehr leer und abgesenkt zu sein. Bei Maschinen über 20 km/h und über 3,5 Tonnen muss eine gelbe Rundumleuchte angebracht und eingeschaltet werden. Das Fahren mit einer Palettengabel im öffentlichen Straßenverkehr ist nicht erlaubt. Die Gabel muss in diesem Fall gesondert transportiert werden. Des Weiteren ist das Anbringen von Geschwindigkeitsschildern links, rechts und hinten an der Baumaschine Pflicht. Da selbstfahrende Baumaschinen bis 20 km/h nicht zulassungspflichtig sind, muss auf der linken Seite ein Besitzerschild mit Vornamen, Zunamen und Wohnort oder Namen der Firma und Firmensitz sichtbar und dauerhaft angebracht werden. Diese Vorschrift gilt für Firmen und Privatleute (StVZO §64 b). Ansonsten sollten die zusätzlich in der Betriebserlaubnis aufgeführten Maßnahmen beachtet werden, um eine vorschriftsmäßige und sichere Fahrt gewährleisten zu können.

 

Selbstfahrende Baumaschine im Straßenverkehr Miete klarx
Die Schaufel sollte beim Transport leer sein

 

Folgende Maschinen dürfen mit dem entsprechenden Führerschein gefahren werden

Selbstfahrende Arbeitsmaschinen bis 20 km/h

Fahrerlaubnisklassen: Klasse 5, Klasse L

Mitzuführende Dokumente:

  • Allgemeine Betriebserlaubnis
  • ggf. Ausnahmegenehmigung
  • ggf. Spezialgenehmigung für technische Veränderungen

    oder

  • Einzelbetriebserlaubnis/Gutachten
  • ggf. Ausnahmegenehmigung
  • ggf. Spezialgenehmigung für technische Veränderungen

Beschriftung des Fahrzeugs: Vorname, Name, Wohnort oder Name der Firma und Firmensitz

 

SELBSTFAHRENDE ARBEITSMASCHINEN ÜBER 20 KM/H

Fahrerlaubnisklassen:

  • Klasse B: bis 3,5 Tonnen
  • Klasse 3: bis 7,5 Tonnen
  • Klasse 2: über 7,5 Tonnen
  • Klasse C1: bis 7,5 Tonnen
  • Klasse C: über 7,5 Tonnen
  • Klasse L: bis 25 km/h
  • Klasse T: bis 40 km/h (nur für land- und forstwirtschaftliche Zwecke)

Mitzuführende Dokumente:

  • Betriebserlaubnis
  • Fahrzeugschein
  • Letzte HU-Bescheinigung
  • Letzte AU-Bescheinigung
  • ggf. Ausnahmegenehmigung

 

Brauche ich einen Führerschein für Baumaschinen?

Die Frage, ob man einen Baggerführerschein benötigt, haben wir bereits geklärt. Heute nehmen wir uns selbstfahrender Arbeitsmaschinen generell an. Das Mindestalter für das Führen einer Baumaschine im Straßenverkehr beträgt 18 Jahre. Der Fahrer muss über eine entsprechende Fahrerlaubnis verfügen. Die Anforderung an die Fahrerlaubnisklasse orientiert an der Höchstgeschwindigkeit der Maschine. Bei einer Geschwindigkeit bis 20 km/h wird die Fahrerlaubnis Klasse L bzw. Klasse 5 vorausgesetzt.

Über 25 km/h gibt das Maschinengewicht den Ausschlag. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen benötigt der Fahrer Klasse B. Für Fahrzeuge ab 3,5 bis 7,5 Tonnen Klasse C1 bzw. Klasse 3. Fahrzeuge über 7,5 Tonnen Klasse C bzw. Klasse 2. Bei einer Geschwindigkeit bis 40 km/h kommt der Führerschein Klasse T zum Tragen, ist jedoch nur für land- und forstwirtschaftliche Zwecke gültig. Hier ist zu beachten, dass der Führer für die C-Fahrerlaubnisklasse ab dem 50. Lebensjahr eine erneute und regelmäßige Überprüfung der Augen absolvieren muss. Neben der Fahrerlaubnis ist eine geistige und körperliche Zuverlässigkeit des Fahrers essenziell. Er muss vom Unternehmer für die Aufgabe beauftragt werden sowie einer Unterweisung für die Führung und Wartung der Baumaschine beiwohnen. Nach der Unterweisung ist er verpflichtet, den Unternehmer über seine Befähigung in Kenntnis zu setzen.

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Welche Dokumente muss der Fahrer mit sich führen?

Hier wird zwischen selbstfahrenden Arbeitsmaschinen bis 20 km/h und über 20 km/h unterschieden, wobei die Fahrerlaubnis bei mehr als sechs Kilometer pro Stunde immer Pflicht ist. Bei Baumaschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 20 km/h besteht zum einen die Möglichkeit, die allgemeine Betriebserlaubnis, ggf. eine Ausnahmegenehmigung und eine Spezialgenehmigung für einzelne technische Veränderungen mitzuführen. Die andere Möglichkeit schließt das Mitführen einer Einzelbetriebserlaubnis mit zugehörigem Gutachten, ggf. eine Ausnahmegenehmigung sowie ggf. eine Spezialgenehmigung für einzelne technische Veränderungen ein. Baumaschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h erfordern das Mitführen der Betriebserlaubnis, des Fahrzeugscheins, der letzte HU-Bescheinigung (TÜV), der AU-Bescheinigung (Abgasuntersuchung) sowie ggf. eine Ausnahmegenehmigung.

 

Rückseite eines Führerscheins
Fahrerlaubnis Klasse B und L erlauben das Führen von selbstfahrenden Arbeitsmaschinen über 20 km/h bis 3,5 Tonnen

 

Welche Ausrüstung muss vom Fahrer mitgeführt werden?

Der Führer der Baumaschine kann normale Schuhe tragen, wenn er damit nicht vor hat, auf der Baustelle auszusteigen. Falls doch, sind Sicherheitsschuhe erforderlich. Gleiches gilt für den Schutzhelm, der nach Verlassen der Fahrerkabine auf der Baustelle getragen werden muss. Außerdem empfiehlt es sich, enganliegende Kleidung zu tragen, um das Hängenbleiben an Bedienelementen zu vermeiden.

 

Arbeitsschuhe Maschinen mieten klarx
Wenn auch auf der Maschine nicht vorgeschrieben: Sicherheitsschuhe gehören auf jede Baustelle

 

Zusätzlich dazu muss die mitgeführte Ausrüstung einen Verbandskasten, ein Warndreieck, eine Warnweste, sowie eine Warnleuchte (über 3,5 Tonnen) und einen Unterlegkeil (über vier Tonnen) beinhalten.

 

Was muss man über die Versicherung wissen?

Die selbstfahrenden Arbeitsmaschinen mit Kennzeichen, also mit einer Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h, sind über die KFZ–Haftpflichtversicherung pflichtversichert. Dabei muss das Schadensrisiko über die Haftpflichtversicherung des Mieters mitversichert werden. Meist wird ein Schaden jedoch von privaten Haftpflichtversicherungen nicht abgedeckt, was das Risiko zu einem unkalkulierbaren Faktor macht. Private Bauherren wiederum haben die Möglichkeit, das Schadensrisiko in die Haftpflichtversicherung mit aufzunehmen.

 

Was gilt es außerdem zu beachten?

Da der Sicherheitsaspekt bei der Arbeit mit Baumaschinen eine große Rolle spielt, müssen Vorkehrungen getroffen werden, falls das Sichtfeld des Fahrers eingeschränkt ist. In diesem Fall muss eine Begleitperson die Einweisung an Kreuzungen und Einmündungen übernehmen. Ist in der Allgemeinen Betriebserlaubnis eine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO bzw. § 29 StVO gefordert, muss diese mitgeführt werden. Allgemein muss jede Baumaschine vor der Teilnahme am Straßenverkehr nach den gesetzlichen Vorgaben vorbereitet und überprüft werden.

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Tags: Rund um den Mietvorgang, Baggerlexikon

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