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Umweltplakette? Blaue Plakette für Baumaschinen nötig?

Autor Dominik am 20.02.2019 13:20:00
Umweltzone - blaue Plakette
 
Es wäre eine heillose Untertreibung, die gegenwärtige Diskussion zu Umweltzonen und zur blauen Plakette als unübersichtlich zu beschreiben. Bei einem derartigen Durcheinander liegt es in der Natur der Sache, dass das Wesentliche leicht aus den Augen verloren geht.  Im Fall der blauen Plakette ist es die schlichte Tatsache, dass es die blauen Plakette noch nicht gibt. Doch was plant die Bundesregierung aktuell?
 

Bis auf Weiteres bleibt es bei der bestehenden Regelung für die städtischen Umweltzonen, die in knapp 60 deutschen Städten existieren. In diese Gebiete dürfen nur Fahrzeuge mit einer grünen Feinstaub-Plakette einfahren dürfen.  Beim Blick auf die geforderten Emissionsgrenzwerte rückt ein zweiter zentraler Punkt ins Licht. Mobile Maschinen - so der offizielle Ausdruck für Baumaschinen - sind von dieser Regelung ausgenommen; betroffen sind bisher nur Pkw, Lkw und Busse.

 

Feststehende und mögliche Änderungen


Allerdings stehen einige Änderungen bevor - andere stehen im Raum. Fest steht, dass ab 2019 für neue Baumaschinen strengere Emissionsgrenzwerte gelten. Festgeschrieben sind sie in einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2014 (COM2014 581); eingeführt werden sie schrittweise über die nächsten beiden Jahre.

Nachgedacht wird außerdem weiter über die Einführung einer blauen Plakette. Sie könnte Baumaschinen auf zwei Wegen einholen.

 

Das Problem der hohen Schadstoffbelastung

Die Diskussion zur blauen Plakette flaut nicht ab, weil in vielen deutschen Städten - betroffen sind rund zwei Drittel der Messstationen - die Stickoxid-Grenzwerte (NOx) deutlich überschritten werden; auch die Feinstaub-Tagesemissionsspitzen bleiben ein Problem. Die hohen Schadstoffbelastungen sind eine Gefahr für die Gesundheit. Die Stickoxide schädigen die inneren Atemwege; und führen u.a. zu Atemnot und Bronchitis.

Da der Verkehr als einer der Hauptverursacher fest steht, fordern Umweltverbände - aber auch das Umweltbundesamt - strengere Maßnahmen (wie beispielsweise die blaue Plakette für Baumaschinen). Zahlreiche Städte werden selbst aktiv und führen im Laufe des Jahres generelle Fahrverbote für ältere Diesel ein. In einigen Städten wie Stuttgart sind diese bereits in Kraft; Dienstleistungsfahrzeuge, d.h. auch Baumaschinen, sind von diesem Fahrverbot ausgenommen.

 

Die blaue Plakette - mögliche Regelungen & Grenzwerte

Neben den städtischen Fahrverboten steht weiterhin die Forderung nach einer Einführung der blauen Plakette. Sie soll die bestehenden Regelungen für Umweltzonen verschärfen und die Belastung senken.
Geht es nach den Vorstellungen des Umweltbundesamts, könnte das durch strengere Grenzwerte und
durch die Ausweitung der Regelungen auf andere Sektoren, etwa auch auf mobile Maschinen, geschehen.

Die Begründung. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass im Umfeld von Baustellen die Luftbelastung besonders hoch ist. Baumaschinen sind in der Regel älter als Pkws; außerdem gelten für sie weniger rigide Emissionsgrenzwerte.

 

Blaue Plakette im Vergaberecht und in Umweltzonen?

Umgesetzt werden könnten die schärferen Spielregeln über zwei Kanäle: über Umweltzonen oder über das Vergaberecht.
Bei Umweltzonen würde die Regelung dem bisherigen Prozedere folgen. Wo Emissionswerte überschritten werden, dürften in Zukunft nur emissionsarme Baumaschinen eingesetzt werden.
Wie die Umsetzung im Vergaberecht aussehen könnte, zeigt eine Verordnung für öffentliche Ausschreibungen aus Berlin. In ihr sind Umweltkriterien ausgeführt, denen Baumaschinen auf Baustellen öffentlichen der Hand genügen müssen. Aktuelle ist die grünen Plakette vorgeschrieben; eine hell-blaue Plakette ist pro forma bereits vorgehen.

Die geforderten Werte ermöglichen auch einen Ausblick auf die möglichen Kriterien. Um die hell-blaue Plakette zu erhalten, müssten die Baumaschinen in Berlin die Emissionsgrenzwerte der EU Stufe V erfüllen - das sind jene Werte, die mit der eingangs erwähnten EU-Verordnung ab diesem Jahr für Neufahrzeuge eingeführt werden.
Die Regelungen betreffen Diesel- und Benzinmotoren, mit einer Leistung zwischen 19 und 560 kW. Die Einhaltung wird auch im realen Betrieb gemessen, die Grenzwerte sind nach Leistungsklassen abgestuft und werden strenger, je stärker der Motor ist.

 

Die blaue Plakette für Baumaschinen - ein Fazit

Für bestehende Fahrzeuge empfiehlt das Umweltbundesamt eine Nachrüstung alter Maschinen mit Partikelfiltern. Sowohl der Neukauf wie die Nachrüstung sind aber mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden. Der nachträgliche Einbau eines Partikelfilters schlägt je nach Leistung mit 2.000 bis über 10.000 Euro zu Buche.
Mit Baumaschinenvermietern existiert aber ein goldener Mittelweg. Im ihren Fuhrparks stehen viele neue Maschinen. Ihre Motoren genügen den aktuellen Abgasnormvorschriften und sind teils bereis mit alternativen Antrieben ausgestattet, daher ist für diese Maschinen keine blaue Plakette nötig. 


Die aktuelle Diskussion zur blauen Plakette ist am besten mit dem geflügelten Word zusammengefasst: "Nichts genaues weiß man nicht." Das trifft umso mehr auf Baumaschinen zu. Anders gesagt: Ob und in welcher Form die blaue Plakette kommt, steht in den Sternen. Mit Baumaschinen der jüngsten Generation, wie sie in den Fuhrparks guter Baumaschinenvermieter zu finden sind, sind Sie aber auf der sicheren Seite - und werden in ihrer Bautätigkeit nicht eingebremst.

Tags: Allgemein, Verkehrssicherheit