Miet-Lexikon: Wiederbeschaffungswert von Baumaschinen

Was versteht man unter dem Wiederbeschaffungswert von Baumaschinen? Und wie wird er berechnet?

Wiederbeschaffungswert – Definition

Als Wiederbeschaffungswert einer Baumaschine werden diejenigen Kosten verstanden, die anfallen, um an einem Bewertungsstichtag eine Maschine gleicher Qualität wiederbeschaffen zu können. Dabei darf der Wiederbeschaffungswert nicht mit dem Verkehrswert (gelegentlich auch als Zeitwert bezeichnet) einer Maschine gleichgesetzt werden. Der Verkehrswert der Maschine ergibt sich unter Berücksichtigung von Faktoren wie Alter der Maschine, Wartungszustand, Nutzungsdauer und aktueller Nachfrage auf dem Markt: Der Verkehrswert ist damit der Wert, den man beim Verkauf der Maschine am Stichtag erzielen würde – der Wiederbeschaffungswert hingegen ist der Wert, den man für den Erwerb einer gleichwertigen Maschine am Stichtag aufbringen müsste. Die Differenz zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis ist damit auch die Differenz zwischen Verkehrswert und Wiederbeschaffungswert.

Berechnung des Wiederbeschaffungswerts von Baumaschinen

Um den (1) mittleren Neuwert für die Wiederbeschaffung im Jahr x zu berechnen, wird (2) der mittlere Neuwert der Maschine multipliziert mit dem (3) Erzeugerpreisindex für Baumaschinen im Jahr x und das Produkt durch 100 geteilt. Wichtig ist dabei, dass der (2) mittlere Neuwert der Maschine und der (3) Erzeugerpreisindex das gleiche Basisjahr aufweisen sollten bzw. eine Umrechnung (siehe weiter unten) stattfinden muss, falls die Basisjahre verschieden sind.

Den (3) Erzeugerpreisindex veröffentlicht das Statistische Bundesamt unter der Fachserie 17 Reihe 2. Die hier hinterlegten Indizes beziehen sich derzeit auf das Basisjahr 2015 (die Indexbasis 2015 wird also gleich 100 gesetzt). Für den (2) mittleren Neuwert einer Maschine kann auf die Baugeräteliste (BGL) zurückgegriffen werden. Allerdings muss beachtet werden, dass in der aktuellen BGL 2015 die mittleren Neuwerte für Maschinen auf Basis des Jahres 2014 hinterlegt sind.

Für eine korrekte Berechnung des (1) mittleren Neuwerts für die Wiederbeschaffung muss entsprechend der (3) Erzeugerpreisindex auf das Basisjahr 2014 = 100 umbasiert werden. Diese Umbasierung erfolgt über die in den Langen Reihen der Fachserie 17 Reihe 2 des Statistischen Bundesamt veröffentlichten Verkettungsfaktoren: Der (3) Erzeugerpreisindex im Jahr x mit der Basis 2015 wird multipliziert mit dem Verkettungsfaktor für das Jahr 2014 und durch 100 geteilt. Eine aktualisierte BGL 2020 erscheint voraussichtlich im November 2020 – in dieser werden mittlere Neuwerte der Maschinen zu einem neueren Bezugsjahr veröffentlicht und entsprechend muss von da an eine andere Umbasierung des Erzeugerpreisindex erfolgen.


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