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Gabelstapler Versicherung und Technische Sicherheit im Fokus

Autor Dominik am 26.02.2019 15:17:00

 AdobeStock_16455927Anfahren, kippen und stürzen: nahezu jedes Jahr werden über 30.000 Arbeitsunfälle mit Gabelstaplern und artverwandten Flurförderfahrzeugen registriert. Von über 220.000 Arbeitsunfällen auf innerbetrieblichen Transportwegen entfielen alleine im Jahr 2017 rund 33.500 Arbeitsunfälle auf Gabelstapler und Gabelhubwagen. Insgesamt sind Jahr für Jahr Gabelstapler und Co. an etwa 15 Prozent aller gemeldeten Transportunfälle beteiligt.  Ursachen und entsprechende Prävention zeigen wir hier auf.


 
Dies sind die häufigsten Unfall-Ursachen mit Gabelstapler-Beteiligung

Die Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen hat diesbezüglich - chronologisch geordnet nach der Häufigkeit - die relevantesten Ursachen für Gabelstapler-Unfälle veröffentlicht:

1. Personen werden von rückwärts fahrenden Gabelstaplern gerammt oder überrollt.

2. Personen werden von rollender oder von kippender Last getroffen.

3. Beim Ab- oder Aufladen stürzen Arbeiter von der Ladefläche des Gabelstaplers ab.

4. Es kommt zu Unfällen und Stürzen durch das Nutzen ungeeigneter Arbeitsbühnen.

5. Fahrer werden durch ihren kippenden Gabelstapler erfasst und oftmals eingequetscht.

6. Beschäftigte werden von vorwärts fahrenden Gabelstaplern getroffen und überrollt.

 

Der passende Versicherungsschutz stellt ein brandaktuelles Thema dar

Diese Statistik und die allgemeinen Unfall-Zahlen machen deutlich, welche Gefahren der Umgang mit Gabelstaplern tatsächlich birgt. Die Beteiligten unterschätzen dabei oftmals das eingeschränkte Sichtfeld des Fahrers. Denn der sieht Personen im näheren Umfeld je nach Situation und Position erst spät und manchmal auch erst gar nicht. Zudem kommt es häufig zu Kippunfällen - in einigen Fällen sogar mit tödlichem Ausgang für eine der am Unfall beteiligten Personen. Tragische Ereignisse dieser Art zeigen klar auf, dass zum einen die Sicherheit und zum anderen aber auch ein passender Versicherungsschutz brandaktuelle Themen in diesem Bereich sind.


Der Sicherheitsstandard hat sich grundsätzlich erhöht

Um die Sicherheit zu verbessern, sind mittlerweile viele Maßnahmen im Hinblick auf die Stapler-Sicherheit umgesetzt worden. So werden zum Beispiel die bei klarx - dem größten digitalen Baumaschinenvermieter in Deutschland - erhältlichen Gabelstapler regelmäßig nach FEM 4.004 geprüft. FEM steht für den europäischen Wirtschaftsverband Fédération Européenne de la Manutention. Basis der Prüfung stellen sowohl die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) als auch die Berufsgenossenschaftliche Vorschrift BDV D27 dar. Im Fokus der Prüfungen stehen dabei:

- die integrierten Hubeinrichtungen.

- die Fahrersitze sowie die Bedienelemente.

- der Fahrantrieb und die Bremsen.

- das Hydrauliksystem.

- der Fahrzeugrahmen und die mitgeführte Sicherheitsausrüstung.


Wann ist eine Gabelstapler Versicherung erforderlich?

Trotz dieser Prüfungen und der stetigen Weiterentwicklung von technischen Features und von sicherheitsrelevanten Komponenten ist in den meisten Fällen eine Versicherung für Gabelstapler nicht nur äußerst empfehlenswert, sondern - je nach Fall - auch gesetzlich vorgeschrieben. Bei der Wahl der passenden respektive der jeweils erforderlichen Versicherung ist dabei immer zu berücksichtigen, dass Arbeitsunfälle mit Sach- oder sogar Personenschäden häufig hohe Kosten verursachen. Um sich davor zu schützen, sollte in keinem Fall auf eine Gabelstapler-Versicherung verzichtet werden. Dies gilt auch dann, wenn das Gesetz keine Versicherung vorschreibt.

Im Hinblick auf den passenden Gabelstapler Versicherungsschutz muss dabei generell zwischen drei Szenarien unterschieden werden:

- liegt die Höchstgeschwindigkeit bei einem Gabelstapler unter 20 km/h, muss keine KFZ-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Allerdings sind Stapler, die nicht schneller als mit sechs Kilometern pro Stunde unterwegs sind, in der Regel über die normale Betriebshaftpflichtversicherung versichert. Bei schnelleren Staplern (eben bis 20 km/h) muss eine solche Übernahme in die Betriebshaftpflicht immer erst nachgefragt werden. Sollte die Aufnahme nicht klappen, sollte ein Unternehmen dennoch eine Gabelstapler-Versicherung abschließen, da Unfälle nicht komplett ausgeschlossen werden können. Gerade bei entsprechendem Zeitdruck und unübersichtlichen Transportsituationen sind Staplerfahrer für Fahr- und Bedienfehler anfällig.

- bei einer Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h schreibt der Gesetzgeber demgegenüber den Abschluss einer Gabelstapler-Versicherung vor. Es drohen hier Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr, wenn der entsprechende Versicherungsschutz nicht nachgewiesen werden kann. Die Betriebshaftpflicht bleibt grundsätzlich außen vor. Denn eine Betriebshaftpflichtversicherung mit integrierter Gabelstapler-Versicherungspolice ist im Gegensatz zu einer reinen Gabelstapler-Versicherung in diesem Bereich keine gesetzliche Vorschrift.

- befährt ein Gabelstapler mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h allerdings ausschließlich nicht öffentliche Bereiche, kann die Gabelstapler-Versicherung meistens in die Betriebshaftpflichtversicherung integriert werden. Der Gesetzgeber schreibt in diesem Fall keine autarke Gabelstapler-Versicherung vor.

Deckungssummen, Prämien und Co.: Auf die Feinheiten achten

Generell deckt die Gabelstapler-Versicherung Sachschäden ab, die vom Stapler selbst verursacht werden. Welche Gabelstapler Versicherungsleistungen in Anspruch genommen werden können, hängt dabei immer vom Versicherungstyp ab. Handelt es sich um die Betriebshaftpflichtversicherung, geht es immer um die Schadenregulierung von Ansprüchen des Gesetzgebers mit entsprechendem privatrechtlichen Inhalt. Bei einer reinen Stapler-Versicherung im Rahmen einer KFZ-Versicherung werden dagegen die gesetzlichen Ansprüche des jeweils Geschädigten befriedigt. Zudem bietet eine solche Versicherung eine unbegrenzte Summe, während die Betriebshaftpflicht Deckungssummen zwischen einer und fünf Millionen bietet. Die freiwillige Gabelstapler Versicherung in der Betriebshaftpflicht ist dabei in der Regel prämienfrei, während der Versicherungsschutz im Rahmen einer KFZ-Versicherung jährlich - je nach Anbieter - zwischen 50 und 100 Euro kostet.

Tags: Versicherung, Sicherheit