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Elektro Baumaschinen - e-mobility bei Baumaschinen

Autor Dominik am 14.03.2019 11:56:00

e-mobilityDie Elektromobilität hält nun auch bei Baumaschinen Einzug. Vor allem bei kleineren Geräten ist ein deutlicher Trend in Richtung Elektroantrieb erkennbar, so die Organisatoren der Bauma 2019, der Weltleitmesse für Baumaschinen. Alternative Antriebe wie Elektro- und Hybridmotoren sind eindeutig im Vormarsch und auf der Bauma 2019 auf jeden Fall ein Thema mit hoher Priorität.



Baumaschinen mit Elektroantrieb als umweltfreundliche Alternative

Baumaschinen verbrauchen große Mengen an Diesel und belasten die Luft mit Abgasen. Keinesfalls zu unterschätzen ist die zusätzliche Lärmbelästigung. Vor allem der Betrieb kleiner bis mittelschwerer Maschinen in Hallen oder ähnlichen Arbeitsbereichen belastet das Umfeld dadurch erheblich. Ein weiteres Thema ist der Einsatz der Baumaschinen in mittel- oder unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten. Denn längerfristig eingesetzte schwere Geräte wirken sich durch ihre Lärmemissionen auf die Wohnqualität der dort lebenden Menschen aus. Elektrisch angetriebene Maschinen produzieren weder Abgase noch unangenehmen Lärm und eignen sich hervorragend für den Einsatz in sensiblen Bereichen.


Elektrische Mini-Bagger seit längerer Zeit im Einsatz

Elektrobagger, die ihre Energie direkt aus dem Stromnetz beziehen, sind einstweilen weit verbreitet. Der Einsatz dieser Elektro-Baumaschinen ist immer dann effizient, wenn sie stationär arbeiten oder nur sehr kurze Wege zurücklegen. Daher sind diese umweltschonenden Maschinen vor allem in Recyclinghöfen oder im Materialumschlag zu finden. Im Vergleich zu den mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Lademaschinen sind die elektrisch betriebenen Geräte genauso leistungsstark und zeichnen sich durch eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit aus.

Der renommierte Hersteller Fuchs setzt ebenfalls auf die sanften Riesen. Wobei bei den angebotenen Geräten der Ausdruck Mini-Bagger doch etwas untertrieben ist. Immerhin präsentieren sich die Lademaschinen mit Teleskoparm und hydraulisch bewegter Fahrerkabine mit einem Dienstgewicht von 34 Tonnen und mehr und einem Arbeitsradius von 16 Metern. Aber auch Volvo zeigt mit seinem 70-Tonnen-Bagger Prototyp EX1, dass kabelgeführte Groß-Baumaschinen bereits Teil unserer Realität sind.

Zahlreiche renommierte Hersteller wie Liebherr, Hyundai und weitere fokussieren sich zum aktuellen Zeitpunkt auf die Weiterentwicklung der kabelgeführten Geräte, um die unabhängige Elektromobilität von Baumaschinen zeitnah zu realisieren.


Saubere und effiziente Lösungen für große Baumaschinen

Dass Elektromobilität bei Baumaschinen grundsätzlich realisierbar und auch erstrebenswert ist, zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre bei den über Kabel versorgten Maschinen. Allerdings steht die Entwicklung vor einem noch nicht zuverlässig gelösten Problem: Die für große Baumaschinen erforderlichen Akkus sind nicht nur schwer, sondern auch teuer. Ein Akku-Gewicht von mehr als einer Tonne für mittelgroße Arbeitsmaschinen ist heute noch Standard. Doch die Hersteller arbeiten erfolgreich an der Unabhängigkeit von Baumaschinen vom Kabel und deren nachhaltig erweitertem Einsatzbereich.

Bereits 2016 stellt Wacker Neuson einen mit Akkus betriebenen Radlader vor. Zwei Blei-Säure-Akkus versorgen die 2,3 Tonnen schwere Baumaschine für fünf Arbeitsstunden mit der erforderlichen Energie. Wobei die Versorgung von Arbeitshydraulik und Fahrantrieb getrennt voneinander jeweils über einen Akku erfolgt.

Hybride Lösungen sind ein weiterer wichtiger Ansatz auf dem Weg zur Elektromobilität großer Baumaschinen. So unterstützen elektrische Antriebe leichtere Tätigkeiten. Erst wenn Höchstleistung gefordert ist, schaltet sich der Verbrennungsmotor ein. Anders die Entwicklung bei Volvo. Der bekannte Schwede entwickelte einen innovativen seriellen Hybridantrieb. In diesem Fall schaltet sich der Verbrennungsmotor bei höherem Energiebedarf nicht zu, sondern läuft kontinuierlich, um die vom Elektromotor benötigte Energie zu produzieren. Im Rahmen eines Forschungsprojekts testete Volvo gemeinsam mit seinem Kunden Skanska über mehrere Wochen hinweg den Radlader Prototypen LX1 mit seriellem Hybridantrieb in einem Steinbruch. Das Ergebnis präsentiert sich äußerst positiv. Denn immerhin arbeitet der LX1 um 50 Prozent energieeffizienter und mit drastisch reduzierten Abgas-Emissionen sowie entsprechend leise.


Elektro-Baumaschinen reduzieren Betriebskosten nachhaltig

Der Einsatz der Elektromobilität für Baumaschinen bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Einerseits reduzieren sich Abgas- und Lärm-Emissionen durch den Einsatz elektrisch oder hybrid-betriebener Maschinen signifikant. Eine genauso große Relevanz besitzt die Wirtschaftlichkeit dieser Baumaschinen. Denn vor allem bei kabelgeführten Geräten produzieren viele Unternehmen die für den Betrieb der Fahrzeuge erforderliche elektrische Energie selbst.

Obwohl schwere Baumaschinen ohne Verbrennungsmotoren heute noch die Ausnahme darstellen und nur als Hybrid- oder kabelgeführte Fahrzeuge auf dem Markt zu finden sind, ist der Fortschritt der Elektromobilität bei Baumaschinen nicht mehr aufzuhalten.