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Digitalisierung der Baubranche – Ein Überblick

Autor Chris am 10.04.2017 11:45:59

Unsere gesamte Welt befindet sich im ständigen Wandel. Mittlerweile wird dieser Wandel fast immer auch mit dem Schlagwort – Digitalisierung – verbunden. Diese macht auch vor der Bauwirtschaft nicht halt. Doch was bringt die Digitalisierung für die Baubranche? Dieser Frage nehmen wir uns in diesem Artikel an und geben einen Überblick über die Veränderungen in der Branche.

Bestandsaufnahme: Digitalisierung am Bau

Eine Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger zeigt, dass in der Baubranche zumindest eine Sensibilisierung für den digitalen Wandel und deren Herausforderungen besteht. Rund 93 Prozent der Baufirmen sind sich der Wichtigkeit der Prozessoptimierung durch die Digitalisierung bewusst und stimmen zu, dass diese die Gesamtheit der Prozesse beeinflussen wird. Trotz dieser Erkenntnis ist die tatsächliche Umsetzung dieses Trends bislang eher dürftig. Das wiederum bietet den trendbewussten Bauunternehmen viel Raum, sich durch die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie nachhaltig Vorteile gegenüber Wettbewerbern des Marktes zu sichern.

Denn eines ist klar: An der Digitalisierung kommt langfristig keine Branche vorbei. Natürlich liegt der Fokus der jeweiligen Akteure der Industrie auf unterschiedlichen Bereichen. Für die Bauunternehmen ist die Digitalisierung in den Bereichen der Planung, Logistik und Baustellenmanagement relevant.

 

Herausforderungen der Digitalisierung

Durch die Einführung der Digitalisierung in die bestehenden Prozesse ist nicht automatisch eine Strukturierung dieser gegeben. Daher ist eine solide Basis von organisierten Abläufen und Datenstrukturen essenziell. Um das größtmögliche Potenzial der Digitalisierung zu nutzen, ist die Anwendung der vier Hebel der Digitalen Transformation: Digitale Daten, Automation, Netzwerke und Digitaler Zugang, die die Studie von Roland Berger identifiziert, in allen Bereichen Wertschöpfungskette entscheidend. Das Schaubild aus der Studie verdeutlicht, was man sich unter den vier Hebeln konkret vorzustellen hat und wie die Bereiche miteinander in Beziehung stehen. Durch die Beziehung der verschiedenen Hebel zueinander verschmilzt in der praktischen Anwendung eine klare Trennbarkeit der einzelnen Hebel zum integrierten Vorgang der Digitalisierung.

 

 

Vier Hebel der Digitalisierung in der Baubranche
Die vier Hebel der Digitalisierung, die in der Studie von Roland Berger dargestellt werden. Quelle: Roland Berger – Think Act: Digitalisierung der Bauwirtschaft

 

Zentrale Herausforderung für die Bauwirtschaft ist zunächst, digitale Daten zum Bauprozess erhebbar und für die digitale Weiterverarbeitung nutzbar zu machen. Mit den entsprechenden Daten können dann die folgenden Bereiche der Wertschöpfungskette umgestaltet werden.

  • Logistik und Beschaffung
  • Produktion und Bauausführung
  • Marketing und Vertrieb
  • After-Sales und Endkunden-Marketing

Im Idealfall lassen sich diese Bereiche durch die Digitalisierung vernetzen und dadurch optimieren, beschleunigen und vor allem günstiger machen. Nur durch eine solche Integration von Prozessen lässt sich das volle Potenzial nutzen. In dieser Integrierung liegt die zweite große Herausforderung für die Branche. Ist diese gemeistert, kann der nächste Schritt erfolgen: die digitale Anwendung.

 

Digitale Anwendung

Die Zukunft der Planung wird von der Nutzung und Aufbereitung zusätzlicher Daten geprägt sein. Es soll ein einheitlicher Prozess von den ersten Entwürfen bis zur Ausführung und Qualitätskontrolle nach der Fertigstellung geschaffen werden. Dieser Vorgang wird unter dem Namen Building Information Modeling (BIM) zusammengefasst und zentrale Rolle für Bauplanung und Bauausführung spielen. Die prominente Stellung von BIM in Fachmedien unterstreicht die Relevanz des Themas und zeigt, dass Bauunternehmen sich künftig intensiv mit der Umsetzung des BIM auseinandersetzen müssen.

 

Umsetzung auf der Baustelle

Übertragen auf die Bauvorbereitung und die Einrichtung der Baustelle wären die positiven Konsequenzen der Digitalisierung primär Kosten- und Zeitersparnis. Vor allem in den Bereichen der Beschaffung und Logistik innerhalb der Wertschöpfungskette lässt sich durch einen automatisierten Bestell - und Lieferungsprozess optimieren. Dadurch hält sich die Nutzung der Lagerflächen in Grenzen, da nur bei Bedarf bestellt wird, und das Suchen bzw. Auf- und Umräumen der Materialien durch Arbeitskräfte nimmt keine übermäßige Zeit mehr in Anspruch.

 

Logistik und Automation

Der Bereich der Bauausführung schließt nahtlos an die Beschaffung und Logistik an. Jedoch wird in der Bauausführung laut der Studie das mit Abstand größte Potenzial für Digitalisierung – genauer gesagt, der Automatisierung – zugeschrieben. Hier kann auf Daten aus dem Planungsprozess zurückgegriffen werden, um im Rahmen des BIM zuvor digital modellierte Planungen auf der Baustelle umzusetzen. Dieser Prozess kann durch den vierten Hebel, die Automation in der Bauausführung, beispielsweise durch ferngesteuerte oder autonom fahrende Maschinen – Drohnen und Bauroboter – unterstützt werden. Die Beschaffung der jeweils aktuellen Technik wird eine zunehmende Herausforderungen für die Unternehmen. Denn auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben kostet Geld. Es zeichnet sich jedoch ab, dass ohne Automatisierung in der Bauausführung langfristig kein Unternehmen konkurrenzfähig bleiben kann. Ein erster Schritt kann der digitale Zugang über die Ausstattung der Mitarbeiter mit Smartphones sein, um eine Vernetzung mit den Planungsdaten auf der Baustelle zu schaffen und flexibel auf Engpässe in der Materialbeschaffung reagieren zu können, indem beispielsweise über eine App zusätzliches Material oder Maschinen bestellt oder gemietet werden kann.

 

Digitaler Kundenkontakt

Jedoch ist nicht nur das Self-Management in der Arbeit der Unternehmen sondern auch das Kundenmanagement von enormer Wichtigkeit. Der Austausch mit Kunden unterwegs als auch auf der Baustelle kann durch die Nutzung mobiler Apps vereinfacht werden. Informationen, Anforderungen sowie Änderungen des Kunden können erfasst und bearbeitet werden. Durch die Vernetzung und eine schnellere Weitergabe von Daten wird auch eine gewisse Transparenz erzeugt, welche wiederum eine Vergleichbarkeit von Angeboten und Preisen ermöglicht.

 

Der unterschätzte Schritt der Digitalisierung

Ein weiteres großes Defizit zeigt sich im After-Sales-Service. Das dort verfügbare Potenzial zu Anschlussverkäufen sowie das Aufbauen einer Kundenbindung wird bisher großteils vernachlässigt und unterschätzt. Um als Anbieter die Vorteile der Digitalisierung vollkommen auszunutzen, ist es sinnvoll die erfassten Kundendaten auch nach der Zusammenarbeit, bzw. dem Kauf mit dem Kunden zu nutzen. Durch eine Nutzeranalyse können beispielsweise interne Impulse zur Produktentwicklung gesetzt werden. Ebenso entsteht im Bereich Wartung und Reparatur Potenzial, indem anstehende Prozesse frühzeitig erfasst und in die Wege geleitet werden.

 

Gefahr durch Verkennung der Digitalisierung im Bau

Die Baubranche gilt als bisher am wenigstens digitalisierter Industriezweig. Dies hat die Branche erkannt und es hat eine intensive Auseinandersetzung mit möglichen Digitalisierungsstrategien begonnen. Es zeigt sich, dass theoretisch große Potenziale für Digitalisierung in der Branche stecken. Nun liegt es an den Akteuren im Markt, für eine sinnvolle Umsetzung und Anwendung der Konzepte zu sorgen. In diesem Artikel wurden einige Möglichkeiten exemplarisch durchgespielt und deutlich gemacht, dass nur durch eine Integration der verschiedenen Bausteine ein echter Mehrwert geschaffen werden kann. Trotz oder gerade wegen des Rufs einer technologisch rückständigen Branche, muss der Bausektor in den nächsten Jahren im Bereich der Digitalisierung aufrüsten. Unternehmen, die die Chancen der Digitalisierung verkennen, laufen Gefahr zukünftig zu Anschluss zu verpassen und ihre Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen. Wie nah ein solches Szenario ist, zeigen die Vorgaben, die bald durch öffentliche Bauträger gemacht werden. Das deutsche Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) beispielsweise schreibt eine verbindliche Nutzung von BIM bei öffentlichen Infrastrukturprojekte ab 2020 vor.

 

Die digitale Transformation ist ein Marathon

Darin zeigt sich, dass die Teilhabe an der Digitalisierung schon sehr bald ein echter Wettbewerbsfaktor für Ausschreibungen sein wird. In diesem Beitrag konnten wir die verschiedenen Teilbereiche der Digitalisierung in der Baubranche nur kurz anreißen und skizzieren. klarx sieht sich als einer der Treiber von Digitalisierung und bringt in der digitalen Plattform www.klarx.de einige im Artikel genannten Bausteine zusammen. Daher ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns weiterhin intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzen und weitere Einblicke in die Zukunft des Bauens geben werden.

Tags: Allgemein, Digitalisierung

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