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Ausblick Baumaschinenvermietung: Vor welchen Herausforderungen steht die Mietbranche im Jahr 2018?

Autor Chris am 23.01.2018 16:16:43

Zu Beginn des Jahres wird allerorts in die Glaskugel geschaut und es werden Prognosen für die bevorstehenden 12 Monate abgegeben. Auch wir geben in diesem Artikel einen gebündelten Ausblick, der sich thematisch am Weißbuch: “Business transformation in 2018: operational challenges and IT solutions in the construction equipment market” von Infor für KHL und International Rental News orientiert. Das Ergebnis wird eine Bestandsaufnahme für die wichtigen Themen des kommenden Jahres sein und zeigen, wo es noch den größten Handlungsbedarf für Digitalisierung der Miete von Baumaschinen gibt. Beginnen möchten wir unseren Ausblick jedoch mit einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr.

 

 

2017 übertraf die Erwartungen der Baumaschinenbranche

Das positive Stimmungsbild am Bau lässt sich auf den Markt für Baumaschinen und die Baumaschinenvermietung übertragen. Der Trend zur Miete von Baumaschinen hielt weiterhin an. Entsprechend voll waren die Auftragsbücher und leer die Mietparks. Darum wurde weiterhin auch in großem Umfang in neue Maschinen investiert. Einerseits, um der steigenden Nachfrage nachzukommen. Andererseits, um die Portfolios stets auf dem neusten Stand der Technik zu halten.

Investiert wurde aber nicht nur in Maschinen, sondern auch in Akquisitionen von Unternehmen. Die Baumaschinenvermieter stehen vor einer weiteren Konsolidierung des Marktes. Das hat immer größere Spieler im Markt zur Folge, die sich kleinere Wettbewerber einverleiben. Diese Tendenz wird sich auch in 2018 fortsetzen und wird auch Einfluss auf die Digitalisierungsstrategie von Vermietunternehmen haben.

 

 

Grundstimmung für 2018 positiv

Auch wenn die Bundesrepublik auch zu Beginn des Jahres 2018 noch keine neue Regierung hat und damit noch einige politische Unsicherheiten bestehen, starten die Unternehmen der Baumaschinenindustrie positiv gestimmt in das neue Jahr. Selbst von Stimmen, die ein Abflauen des privaten Baubooms durch steigende Zinsen und explodierende Grundstückspreise vermuten, wird diese Stimmung nur wenig getrübt. Denn es werden auf der anderen Seite beschleunigte Baugenehmigungen, mehr sozialer Wohnungsbau und höhere Investitionen in Infrastruktur erwartet. Das bedeutet gute Auslastung für Bauunternehmen, Baumaschinen und die Vermietungen von Baumaschinen.

 

 

 

Welche Faktoren werden die Vermietung von Baumaschinen neben der konjunkturellen Entwicklung in 2018 zentral mitbestimmen?

Die entscheidenden Faktoren für die Geschäftsentwicklung finden sich in dem von Infor angefertigten Weißbuch, das gemeinsam von der KHL Group und den International Rental News veröffentlicht wurde.

Das Papier wurde auf Grundlage einer Befragung bei Herstellern, Händlern und Vermietern in ganz Europa erstellt. Für diesen Artikel stützen wir uns ausschließlich auf die Aussagen der Vermieter und zeichnen daran das Potenzial für Wandel in vier verschiedenen Dimensionen nach.

 

 

Digitale Strategie

Digitalisierung hat sich in den letzten Jahren zum zentralen Schlagwort in der Bauwirtschaft entwickelt. Klar, dass es auch in der Vermietung von Baumaschinen angekommen ist und sich davon große Effizienzsteigerungen erwartet werden. Das gilt allerdings noch lange nicht für alle Marktteilnehmer. Das Weißbuch fand heraus: weniger als 40% der befragten Vermieter haben eine Strategie für die Digitalisierung. Unternehmen, die eine Strategie haben, versprechen sich vor allem Effizienzsteigerungen und einen verbesserten Mietprozess für die Kunden. Gerade dieser Prozess, den der Kunde durchläuft, stellt die Verleiher vor einige Herausforderungen auf operativer Ebene, die zentral für den Erfolg des Geschäfts sind.

 

 

operative Herausforderungen

So sehen 60% der Vermieter die Verfügbarkeit von Maschinen als Problem und damit als Hindernis für ein erfolgreiches Geschäft und Wachstum. Weiterhin ist die Kommunikation von Mietvorgängen in komplexen Projekten ein massives Hindernis für das Mietgeschäft. Auffällig ist hier, dass diese Aussage vor allem von Mitarbeitern aus den Mietstationen getroffen wurde. Die Führungsebene der Baumaschinenvermietungen hat das Problem der Kundenkommunikation nicht als Hindernis für das Geschäft entdeckt. Doch gerade hier liegen durch digitale Prozesse und Kommunikationswegen enorme Potenziale.

Vermietungen sind innerhalb ihrer digitalen Strategien vor allem an der Wartung und Reparatur der Flotte interessiert, um geringe Ausfallzeiten zu gewährleisten. Die Kundenakquise zählt nicht zu den Wünschen der Befragten. Bei Wartung und Flottenmanagement sehen sich die Unternehmen vor allem durch verschiedene Systeme der Hersteller behindert, die einheitliche Vorgänge innerhalb der Digitalisierungsstratgie unmöglich machen.

 

 

Augmented Reality und Baumaschinen

Weniger als 50% halten AR wichtig für die Vermietung von Baumaschinen. Die Befragten sehen vor allem Vorteile für die Schulung von Mitarbeitern und Kunden für die Wartung und Bedienung der Maschinen

Dies sei notwendig, da 50% der Vermieter angaben, dass die Erwartungshaltung bei den Kunden gestiegen sei. Dies ist vor allem durch steigenden Wettbewerb – vor allem zunehmendem Zeitdruck bei der Angebotserstellung für den Kunden – zu erklären.

 

 

Datenanalyse

Die Schnelllebigkeit des Geschäfts verhindert, dass sich die Vermieter mit einer Analyse der Maschinen- und Kundendaten auseinandersetzen können. Hier wird im Tagesgeschäft eher von Tag zu Tag als langfristig gedacht. Doch gerade hier ließen sich durch eine systematische Sammlung, Verknüpfung und Analyse der verfügbaren Daten enorme Potenziale für Optimierungen identifizieren. Wenn Kundendaten erhoben werden, dann in eigens dafür vorgesehenen CRM’s oder einfach in Excel-Tabellen. Eine Verknüpfung und systematische Analyse findet laut der Befragung nicht statt. Hier werden die Lücken deutlich, die es in den digitalen Strategien der Unternehmen gibt. Denn durch eine systematische Analyse des Maschinenparks lassen sich Auslastung steigern und optimale Preise ermitteln. Dadurch wiederum lassen sich schnellere und bessere Angebote für Kunden machen. Eine Analyse von Kundendaten lässt Prognosen über Maschinenbedarf und individuelle Bedürfnisse zu und erleichtern die Akquise.

Was Maschinendaten für Wartung und Service angeht, benutzen bereits 21% die Befragten computergestützte Management-Systeme und 17% lassen ihre Wartungspläne sogar automatisiert erstellen. Aufgrund des Strebens nach möglichst geringen Ausfallzeiten werden diese Systeme als wichtiger bewertet als beispielsweise die Verarbeitung von Kundendaten in CRM-Systemen.

 

 

 

Vier zentrale Herausforderungen für die Baumaschinenmiete

Die Antworten aus dem Weißbuch lassen eine Gruppierung in vier Kernbereiche zu. Der erste ist mit der Aufstellung einer digitalen Strategie der fundamentale Schritt. Diesen sollte im Jahr 2018 jeder Baumaschinenvermieter gegangen sein. Ob man eine solche Strategie selbst entwickelt, eine externe Beratung oder einen Verband hinzuzieht, muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden. Je größer ein Betrieb ist, desto mehr Kapazität steht natürlich für die Aufstellung und vor allem Umsetzung eines solchen Plans zur Verfügung. Für kleinere Unternehmen ist eine externe Beratung und der Rückgriff auf vorgefertigte Software-Lösungen oder Online-Plattformen sicherlich von Interesse. Egal auf welchem Weg – die Herausforderung, einen Plan für den digitalen Vertrieb und das Maschinenmanagement zu finden, muss gelöst werden.

Damit lassen sich dann die Hürden aus dem zweiten Kernbereich der Studie, die operativen Herausforderungen, angehen. Dabei geht es darum, durch digitale Kanäle die Verfügbarkeit der Maschinen abzubilden und dadurch dem Kunden möglichst schnell ein Angebot machen zu können. Das ist der notwendige Schritt, um Kunden, die selber unter immer größerem Zeitdruck stehen, vom eigenen Service zu überzeugen.

Eine weitere Verbesserung der Servicemaßnahmen erhofft sich die Branche von Augmented Reality Anwendungen, die als technische Unterstützung für Servicetechniker dienen oder auch Kunden bei der Einweisung und Bedienung von Maschinen helfen können. Hier wird es in Zukunft umfassende Anwendungsfälle geben. Akut wird Augmented Reality aber 2018 in der Baumaschinenvermietung kaum eine Rolle spielen.

Eine umso größere Rolle wird hingegen die systematische Analyse von Daten spielen. Diese kann für die Überwachung und Planung von Wartungsarbeiten genutzt werden und somit Ausfallzeiten minimieren. Weiterhin lässt sich über eine lückenlose Auswertung eine Verfügbarkeitsprüfung der Maschinen erledigen und die Logistik von Mietmaschinen aussteuern. Durch Analyse von Kundendaten lassen sich Mietgewohnheiten und Bedarf erkennen und der Vertrieb optimieren.

 

 

Mitarbeiter (für die Digitalisierung) gewinnen und loslegen!

Die Antworten aus dem Weißbuch zeigen die Handlungsfelder, vor denen die Branche im Zuge der digitalen Transformation steht. Neben der Gewinnung von geeignetem Personal wird die Digitalisierung in ihren verschiedenen genannten Dimensionen sicherlich zur zentralen Herausforderung. Auf der technischen Seite wurden bereits einige Lösungen skizziert, die schon jetzt zur Verfügung stehen. Beim Personal ist die Verfügbarkeit leider – genau wie bei den Maschinen leider begrenzt. Darum wird es umso wichtiger, das richtige Personal für diese Herausforderungen der Zukunft zu finden und mit dem wenigen verfügbaren Personal die Effizienz des Geschäfts so schnell wie möglich zu steigern.

In diese Kerbe schlägt auch ein Kommentar von Robert Bachmann (Allgemeine Bauzeitung), mit dem wir diesen Artikel abschließen wollen. “In vielen Ausblicksbeiträgen kommt der Fachkräftemangel noch vor dem Thema Digitalisierung, dem gefühlt dominantesten Schlagwort im Bau-Diskurs der jüngeren Vergangenheit. In beiden Fällen geht es darum, einen Zugang zu finden – einen Zugang zu neuen Arbeitsweisen sowie einen Zugang zu potenziellen Arbeitskräften. Während die Technologie jedoch bereitwillig auf seine Anwender wartet, müssen Arbeitskräfte heute hart erkämpft werden.”

Tags: Digitalisierung, Insider, Allgemein

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