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Arbeitsbühnen – brauche ich einen Führerschein?

Autor Michael am 22.02.2018 14:14:51

Brauche ich einen Arbeitsbühnenführerschein? Finden Sie in unserem neuen Blogeintrag alles heraus, was Sie über den Führerschein für Arbeitsbühnen wissen müssen. Gesetzliche Vorschriften, Altersbeschränkungen und vieles mehr. 

Rechtliche Ausgangslage für Arbeitsbühnen

 

In Deutschland gibt es keinen für alle Personen erforderlichen Arbeitsbühnenführerschein oder Ähnliches. Das heißt, dass man als Privatperson ohne einen Führerschein mit einer Arbeitsbühne arbeiten darf. Mietet man eine Arbeitsbühne, wird der Vermieter eine Einweisung in das Gerät vornehmen, damit der Mieter mit der Bedienung vertraut ist und sicher arbeiten kann.

Trotzdem gilt es bei gewerblicher Nutzung einige Regeln zu beachten, darunter auch, dass ein Nachweis für die Teilnahme an einer Unterweisung vorgelegt werden muss. Dies entspricht am ehesten dem, was man als „Arbeitsbühnenführerschein“ bezeichnen könnte. Mitarbeiter müssen vor der Benutzung von Arbeitsmitteln auf mögliche Gefahren hingewiesen werden, das gilt auch für gemietete Objekte. Dies wird als „Unterweisung“ bezeichnet und ist vom Gesetzgeber verpflichtend vorgeschrieben. Um eine Hebebühne für einen gewerblichen Zweck zu bedienen ist also kein Führerschein erforderlich, eine Unterweisung ist jedoch zwingend notwendig. Dabei ist der Unternehmer für die Unterweisung zuständig, da er am besten beurteilen kann, welche Gefahren ein geplanter Einsatz birgt. Zu dieser Unterweisung gibt es keine Formvorschriften, sie muss aber dokumentiert werden. Zudem muss der Arbeiter schriftlich zur Benutzung der Hebebühne beauftragt werden. Für den privaten Gebrauch ist keine Unterweisung nötig.

 

 

Wer darf eine Arbeitsbühne bedienen?

Eine Arbeitsbühne bedienen darf grundsätzlich jeder, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, in der Bedienung der Arbeitsbühne unterwiesen wurde und seine Befähigung gegenüber dem Unternehmer nachweisen kann. Dabei ist auch die geistige, charakterliche und körperliche Eignung in Betracht zu ziehen. Vor allem Sehschärfe, seitliches Gesichtsfeld, räumliches Sehen, Hörvermögen, körperliche Beweglichkeit und gute Reaktionsfähigkeit sind dabei von Bedeutung. Zusätzlich sollten technische und physikalische Zusammenhänge verstanden und zuverlässig und verantwortungsbewusst gehandelt werden.

 

 

Bedienerausweis 

Auch wenn eine spezifische Ausbildung, die mit einem Bedienerausweis nachgewiesen werden kann, gesetzlich keine Pflicht ist, wird im DGUV Grundsatz 308-008 trotzdem empfohlen, eine Ausbildung zu machen. Diese Ausbildung setzt sich aus einem theoretischen und praktischen Teil zusammen, am Ende steht jeweils eine Abschlussprüfung, in der eine vorgegebene Zahl an Fehlerpunkten nicht überschritten werden darf. Die Ausbildungsdauer beträgt im Normalfall mindestens einen Tag und bei bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer einen Ausbildungsnachweis in Form eines Zertifikats.

Eine Ausbildung gemäß des DGUV Grundsatzes 308-008 kann unter anderem bei der Dekra (https://www.dekra-akademie.de/de/hebebuehnen-fuehrerschein/), der IPAF (https://www.ipaf.org/de/ipaf-schulung), alpintec (https://www.alpintec.de/ausbildungtraining/sonstige-kurse/unterweisung-zum-fuehren-von-hubarbeitsbuehnen-nach-dguv-g-308-008/) sowie bei vielen im Branchenverband bbi organisierten Händlern und Vermietern von Arbeitsbühnen absolviert werden. Der Bedienerausweis kann auch dazu dienen, die vom Gesetz geforderte Befähigung zur Benutzung von Arbeitsbühnen nachzuweisen. Auch wenn die Ausbildung nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, ergibt es also durchaus Sinn, diese zu absolvieren. Dadurch können Arbeiter die Hebebühne sicherer und mit geringem Unfallrisiko bedienen.

 

Arbeitsbühnen im Straßenverkehr 

Wer mit einer LKW-Arbeitsbühne auf einer öffentlichen Straße fährt, benötigt zwingend einen Führerschein. Jedoch ist hier bei kleineren Modellen bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen der normale PKW-Führerschein der Klasse B ausreichend. Beträgt das Gewicht über 3,5 Tonnen, so ist ein LKW-Führerschein der entsprechenden Klasse erforderlich (C oder C1).

 

Zum Schluss noch einmal ein Überblick über die wichtigsten Punkte zum Bedienen von Arbeitsbühnen:

  • privat kann jeder eine Arbeitsbühne ohne Führerschein bedienen
  • bei der Anmietung wird es eine Einweisung durch den Vermieter geben
  • eine Unterweisung ist gewerblich zwingend erforderlich
  • der Bediener muss das 18. Lebensjahr vollendet haben und seine Befähigung nachgewiesen haben
  • der Erwerb eines Bedienerausweises macht Sinn, ist aber gesetzlich nicht vorgeschrieben
  • im Straßenverkehr ist je nach Gewicht der entsprechende Führerschein Pflicht.
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